„Wirklich nichts Negatives?“. Ein solch großes Lob wischte die Anstrengungen und großen organisatorischen Herausforderungen der letzten Tage sofort weg. Und auch wenn alle unserer Jugendfeuerwehr „Raßnitzer Atzen“ sichtlich erschöpft waren, so konnten sie mit freudestrahlenden Augen auf das vergangene Wochenende zurückblicken. Was war passiert?
Am Nachmittag des 17. März traf sich unser großer Nachwuchs im Gerätehaus der Feuerwehr und verwandelte den Schulungsraum und das Jugendfeuerwehrzimmer in zwei große Schlafsäle. Bis Sonntag simulierten sie von nun an die Wachbereitschaft einer Berufsfeuerwehr. Nach einer kurzen Belehrung und der Einteilung des Schichtplans wurden daraufhin die Fahrzeuge auf ihre Funktionalität und Instandhaltung geprüft – genau so, wie es die hauptamtlichen Kräfte auch zum Beginn ihres Dienstes tun. Und mit jeder Minute, die verging, stieg auch die Anspannung auf den ersten Einsatz; zumal unsere fiktive Leitstelle eine Unwetterwarnung für den Abend herausgegeben hatte.
Nach dem gemeinsamen Abendessen musste es dann ganz schnell gehen. So wurden unsere Jugendlichen zu einem Sturmschaden in die Raßnitzer Aue alarmiert. Mehrere Bäume sind in Folge starker Windböen umgestürzt, hatten sich ineinander verkeilt und blockierten nun einen Radweg. Was mit totem Holz von unseren Betreuern mühselig verkantet wurde, mussten die Einsatzkräfte von morgen mit passendem Gerät beseitigen. So war Muskelkraft bei der Handhabung mit der Bügelsäge gefragt und von der erfahreneren Einsatzabteilung wurde der Einsatz von Säbelsägen demonstriert. Gar nicht so einfach, wenn man auf die Spannung der Bäume und die Gefahr achten muss, dass bei falschen Schnitten die Last zusammenbrechen könnte. Aber mit kleinen Hilfestellungen gelang dies mit Bravour – ein gelungener Einstand für das weitere Wochenende.

Inzwischen können wir stolz insgesamt 17 Mädchen und Jungen in unserer Jugendfeuerwehr zählen. Da ist es nicht verwunderlich, dass die Einsatzübungen mit drei Fahrzeugen gefahren werden konnten, was – im Feuerwehrjargon – fast einer kompletten Zugstärke entspricht. Ein Novum in der Historie unserer 48h-Dienste, welches auf Begeisterung stieß, aber auch seine Herausforderungen mit sich brachte. Diese musste unser Einsatzleiter zum zweiten Einsatz meistern: Im Gewerbegebiet von Raßnitz wurde ein unklarer Feuerschein gemeldet. Die Einsatzabteilung hatte zuvor ein kleines, selbstgebautes Holzhäuschen aus Paletten für den Nachwuchs präpariert. Sowohl unser Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug als auch der Gerätewagen Logistik mussten ihrem einsatztaktischen Wert nach in Stellung gebracht werden. Schnell wurde der Musterlösung nach ein Löschangriff eingeleitet sowie eine stabile Wasserversorgung aufgebaut. Und spätestens dann war klar, dass der Nachwuchs auch in Brandeinsätzen überzeugend zusammenarbeiten kann.

Der nächste Morgen begann etwas ruhiger, doch wartete am Samstagvormittag gleichwohl das nächste Highlight. Nach der wohlverdienten Nachtruhe und einem stärkenden Frühstück konnten wir die Jugendfeuerwehren aus Knapendorf und Dörstewitz bei uns am Standort begrüßen. Zusammen besuchten wir sodann den Flughafen Leipzig-Halle, wo neben der allgemeinen Tour besonders die Flughafenfeuerwehr auf großes Interesse stieß. Die Präsentation eines der großen Flugfeldlöschfahrzeuge war sicherlich etwas Besonderes, was man auch nicht alle Tage zu sehen bekommt.
Nach einem leckeren Mittagessen aus unserer Gulaschkanone waren wir auf die gemeinsame Zusammenarbeit der drei Jugendfeuerwehren gespannt. Schließlich galt es ein größeres Szenario zu bewältigen. Die Mittagsruhe wurde sogleich durch unsere Sirenenalarmierung unterbrochen. Aus der Jägerhütte am Raßnitzer See stieg dichter Rauch auf und durch den Anrufer wurde gemeldet, dass noch mindestens zwei Personen in dem Objekt sein sollen. Schnell wurde an der Einsatzstelle ein umfangreicher Innen- wie Außenangriff aufgebaut. Zugleich mussten Schläuche in einer Gesamtlänge von 200 Metern vom Raßnitzer See zu den Fahrzeugen aufgebaut werden. Ein immenser Aufwand, welcher nur als großes Team zu bewältigen war. Aber diese Einsatzübung stellte unter Beweis, wie fit die Jugendlichen in unserer Gemeinde Schkopau sind. Am Ende konnte nebst Kleinigkeiten, die von uns Betreuern als Hausaufgabe mitgegeben wurden, der wichtige Einsatzerfolg gefeiert werden: Alle Personen wurden aus dem Gebäude befreit und die Quelle des Rauches beseitigt. Hierdrauf können alle wirklich stolz sein.

Nach dem Ausflug und sämtlichen Einsatzübungen – unsere Jugendfeuerwehr musste noch eine eingeklemmte Person unter Betonplatten befreien – spielte das gemeinsame Miteinander und die Kameradschaftspflege ebenso eine wichtige Rolle. Das abenteuer- und actionreiche Wochenende fand einen gemütlichen Ausklang bei einem gemeinsamen Grillerchen. Neben der verdienten Stärkung wurde sich über das gemeinsam Erlebte ausgetauscht und das ein oder andere Spiel gespielt. Alle Events aus unserem Berufsfeuerwehrwochenende werden den Teilnehmern sicherlich noch eine ganze Weile in Erinnerung bleiben.

Zum Abschluss möchten ich es nicht vermissen lassen, mich persönlich bei allen Unterstützerinnen und Unterstützern zu bedanken. Dies gilt vor allem für die Betreuer Marvin Günther, David Steinbach, Chris Kallmeier, Lion Steinbach und Danilo Theophil; sowie Jana Winkler, welche für unsere Mädels die beste Ansprechpartnerin war. Für die Zubereitung der Mahlzeiten danke ich vor allem Sven Steinke, Petra Steinbach und Eric Steinhoff. Der Einsatzabteilung gebührt besonderen Dank für die Vorbereitung und Unterstützung bei den Einsätzen, allen voran Timo Voß, Robert Schmidt, Sven Eichmann und Alexander Riedel. Der Förderverein unserer Feuerwehr war uns für die finanzielle Realisierung eine enorme Hilfe. Wir haben uns zudem sehr darüber gefreut, dass das DRK, Fachdienst Sanität II, mit einem Krankentransportwagen unserer Einladung für das Wochenende gefolgt ist; genauso wie die Mitarbeiter vom ASB Rettungsdienst Lochau, welche ihr Fahrzeug dem Nachwuchs präsentiert und bei zwei Einsatzübungen die medizinische Komponente betreut haben. Und last but not least: Danke an die Kameradinnen und Kameraden sowie der Jugend der Feuerwehr Knapendorf und Dörstewitz für die wundervolle Einsatzübung und den gemeinsamen Samstag.
Kam. Niklas Oliver Steinhoff
Jugendfeuerwehrwart
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